Von deinen Tulpen fiel das erste Blau.

Es liegt am Fuß der stolz geschwungnen Vase

und lehnt sich auf am gletscherblauen Glase,

und drüber flammt der Strauß mit dreizehn Bränden.

Und eine von den Blüten züngelt so

in sich gekrümmt, als suche farbensatt

ihr Leben eine kalte Ruhestatt

und rette sich aus halbverbrannten Wänden.

Doch eine andre ist so lichterloh

geöffnet, daß wie zwischen Feuerwiegen

die gelbgekrönte Samenpuppe prangt,

die nach der Blüte nicht zurückverlangt,

wenn alle Blätter abgefallen liegen.


Der Text des Gedichts "Ein Blütenblatt" stammt von (* 1863-11-18, † 1920-02-08).




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