Von deinen Tulpen fiel das erste Blau.

Es liegt am Fuß der stolz geschwungnen Vase

und lehnt sich auf am gletscherblauen Glase,

und drüber flammt der Strauß mit dreizehn Bränden.

Und eine von den Blüten züngelt so

in sich gekrümmt, als suche farbensatt

ihr Leben eine kalte Ruhestatt

und rette sich aus halbverbrannten Wänden.

Doch eine andre ist so lichterloh

geöffnet, daß wie zwischen Feuerwiegen

die gelbgekrönte Samenpuppe prangt,

die nach der Blüte nicht zurückverlangt,

wenn alle Blätter abgefallen liegen.


Das Gedicht "Ein Blütenblatt" stammt von   (1863 - 1920).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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