Bahnhofsgewühl;
am Sperrgitter staut sich′s.
Schutzleute brüllen;
und rings glotzen tausend
Tiergesichter,
Hundegesichter,
Fuchsgesichter, ein Wolfsgesicht,
Schafsgesichter, Gänsegesichter,
ein kollernder Truthahn,
grunzende Schweine -
Volk.
Der Zug fähn ein, hält.
Das Gewühl wird still,
einen Augenblick still.
Am Fenster erscheint
Bismarck
und grüßt;
und rings jubeln tausend
leuchtende, glühende,
funkelnde, strahlende,
erzengelhelle Menschengesichter -
Volk.
Das Gedicht "Ballade vom Volk" stammt von Richard Dehmel (1863 - 1920).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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