Eine gelbe Eule, uralt,
Durch den Tannenwald streicht
Lautlosen Flugs bei Nacht,
Hat ein Mäuslein erfasst.
Der Mond ist′s, klettert von Ast zu Ast
Behend und leicht,
Kein Zweiglein kracht.
Nun ist sie droben, die Mörderin,
Hält die Beute umkrallt,
Fliegt langsam über die schwarzen Wipfel hin.
Das Gedicht "Mondnacht" stammt von Ricarda Huch (1864 - 1947).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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