Wie ein Liegender so steht er, ganz

hingehalten von dem großen Willen.

Weitentrückt wie Mütter, wenn sie stillen,

und in sich gebunden wie ein Kranz.

 

Und die Pfeile kommen: jetzt und jetzt

als sprängen sie aus seinen Lenden,

eisern bebend mit den freien Enden.

Doch er lächelt dunkel, unverletzt.

 

Einmal nur wird seine Trauer groß,

und die Augen liegen schmerzlich bloß,

bis sie etwas leugnen, wie Geringes,

und ließen sie verächtlich los

die Vernichter eines schönen Dinges.


Das Gedicht "Sankt Sebastian" stammt von   (1875 - 1926).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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