Wüsste ich für wen ich spiele, ach!

immer könnt ich rauschen wie der Bach.

 

Ahnte ich, ob tote Kinder gern

tönen hören meinen innern Stern;

 

ob die Mädchen, die vergangen sind,

lauschend wehn um mich im Abendwind.

 

Ob ich einem, welcher zornig war,

leise streife durch das Totenhaar...

 

Denn was wär Musik, wenn sie nicht ging

weit hinüber über jedes Ding.

 

Sie, gewiss, die weht, sie weiss es nicht,

wo uns die Verwandlung unterbricht.

 

Dass uns Freunde hören, ist wohl gut -,

aber sie sind nicht so ausgeruht

 

wie die Andern, die man nicht mehr sieht:

tiefer fühlen sie ein Lebens-Lied,

 

weil sie wehen unter dem, was weht,

und vergehen, wenn der Ton vergeht.


Das Gedicht "Musik" stammt von   (1875 - 1926).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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