Es wäre gut viel nachzudenken,

um von so Verlornem etwas auszusagen,

von jenen langen Kindheits-Nachmittagen,

die so nie wiederkamen - und warum?

 

Noch mahnt es uns: vielleicht in einem Regnen,

aber wir wissen nicht mehr was das soll;

nie wieder war das Leben von Begegnen,

von Wiedersehn und Weitergehn so voll

 

wie damals, da uns nichts geschah als nur

was einem Ding geschieht und einem Tiere:

da lebten wir, wie Menschliches, das Ihre

und wurden bis zum Rande voll Figur.

 

Und wurden so vereinsamt wie ein Hirt

und so mit großen Fernen überladen

und wie von weit berufen und berührt

 

und langsam wie ein langer neuer Faden

in jene Bilder-Folgen eingeführt,

in welchen nun zu dauern uns verwirrt.


Das Gedicht "Kindheit" stammt von   (1875 - 1926).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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