Borgeby-Gard

 

Zwei Wege sinds. Sie führen keinen hin.

Doch manchmal, in Gedanken, läßt der eine

dich weitergehn. Es ist, als gingst du fehl;

aber auf einmal bist du im Rondel

alleingelassen wieder mit dem Steine

und wieder auf ihm lesend: Freiherrin

Brite Sophie - und wieder mit dem Finger

abfühlend die zerfallne Jahreszahl -,

warum wird dieses Finden nicht geringer?

 

Was zögerst du ganz wie zum ersten Mal

erwartungsvoll auf diesem Ulmenplatz,

der feucht und dunkel ist und nie betreten?

 

Und was verlockt dich für ein Gegensatz,

etwas zu suchen in den sonnigen Beeten,

als wärs der Name eines Rosenstocks?

 

Was stehst du oft? Was hören deine Ohren?

Und warum siehst du schließlich, wie verloren,

die Falter flimmern um den hohen Phlox.


Das Gedicht "In einem fremden Park" stammt von   (1875 - 1926).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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