Die Blätter färben
sich gelb und fahl.
Sie müssen sterben.
Es war einmal.
Nebelumwunden
liegt Berg und Tal;
Lenz ist entschwunden:
Es war einmal.
Herz ist so trübe
voll Sorg und Qual.
Wo ist die Liebe?
Es war einmal…
Gedichte
Rainer Maria Rilke
Die Blätter färben
sich gelb und fahl.
Sie müssen sterben.
Es war einmal.
Nebelumwunden
liegt Berg und Tal;
Lenz ist entschwunden:
Es war einmal.
Herz ist so trübe
voll Sorg und Qual.
Wo ist die Liebe?
Es war einmal…
Das Gedicht "Es war einmal" stammt von Rainer Maria Rilke (1875 - 1926).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.