War in des Wagens Wendung dieser Schwung?

War er im Blick, mit dem man die barocken

Engelfiguren, die bei blauen Glocken

im Felde standen voll Erinnerung,

 

annahm und hielt und wieder ließ, bevor

der Schloßpark schließend um die Fahrt sich drängte,

an die er streifte, die er überhängte

und plötzlich freigab: denn da war das Tor,

 

das nun, als hätte es sie angerufen,

die lange Front zu einer Schwenkung zwang,

nach der sie stand. Aufglänzend ging ein Gleiten

 

die Glastür abwärts; und ein Windhund drang

aus ihrem Aufgehn, seine nahen Seiten

heruntertragend von den flachen Stufen.


Das Gedicht "Die Anfahrt" stammt von   (1875 - 1926).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte