Der König ist sechzehn Jahre alt.

Sechzehn Jahre und schon der Staat.

Er schaut, wie aus einem Hinterhalt,

 

vorbei an den Greisen vom Rat

in den Saal hinein und irgendwo hin

und fühlt vielleicht nur dies:

an dem schmalen langen harten Kinn

die kalte Kette vom Vlies.

 

Das Todesurteil vor ihm bleibt

lang ohne Namenszug.

Und sie denken: wie er sich quält.

 

Sie wüßten, kennten sie ihn genug,

daß er nur langsam bis siebzig zählt

eh er es unterschreibt.


Das Gedicht "Der König" stammt von   (1875 - 1926).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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