Du Runder, der das Warme aus zwei Händen

im Fliegen, oben, fortgiebt, sorglos wie

sein Eigenes; was in den Gegenständen

nicht bleiben kann, zu unbeschwert für sie,

 

zu wenig Ding und doch noch Ding genug,

um nicht aus allem draußen Aufgereihten

unsichtbar plötzlich in uns einzugleiten:

das glitt in dich, du zwischen Fall und Flug

 

noch Unentschlossener: der, wenn er steigt,

als hätte er ihn mit hinaufgehoben,

den Wurf entführt und freiläßt -, und sich neigt

und einhält und den Spielenden von oben

auf einmal eine neue Stelle zeigt,

sie ordnend wie zu einer Tanzfigur,

 

um dann, erwartet und erwünscht von allen,

rasch, einfach, kunstlos, ganz Natur,

dem Becher hoher Hände zuzufallen.


Das Gedicht "Der Ball" stammt von (* 1875-12-04, † 1926-12-29).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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