Ih bin jüngst verwichen
Hin zan Pforra gschlichn:
»Därf ih s′ Dirndl liabn?«
»Untasteh dih nit, bei meina Seel,
Wonstas Dirndl liabst, so kimst in d′ Höll!«
Bin ih vull Valonga
Zu da Muata gonga:
»Därf ih ′s Dirndl liabn?«
»O mei liaba Schotz, es is no zfrua,
Noch funfzehn Jahrln erst, mei liaba Bua!«
War in großn Nötn,
Hon ih ′n Votan betn:
»Därf ih s′ Dirndl liabn?«
»Duners Schlangl!« schreit er in sein Zurn,
»Willst mein Steckn kostn, konst es thuan!«
Wos is onzufonga?
Bin zan Herrgott gonga:
»Därf ih s′ Dirndl liabn?«
»Ei jo freili,« sogt er und hot glocht,
»Wegn an Büaberl hon ih ′s Dirndl gmocht!«
Das Gedicht "Därf ih ’s Dirndl liabn?" stammt von Peter Rosegger (1843 - 1918).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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