Sitzen zwei alte Weiber im Sand,
Spinnen viel feine Fäden über Land,
Über Bäume,
Über Zäune,
Um Stoppel und Dorn,
Immer von vorn.
Für wen sitzen die alten Weiber im Sand,
Spinnen viel feine Fäden über Land?
Für Wildbub Kraushaar,
Kommt alle hundert Jahr′
Mit Trommel und Trab
Vom Himmel herab,
Reißt alle Fäden auf einmal ab,
Macht sich ein′n Mützenpuschel draus
Und lacht die alten Weiber aus!
Das Gedicht "Mit Trommel und Trab" stammt von Paula Dehmel (* 1862-10-31, † 1918-07-09).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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