Ihr Siebenschläfer in den Höhlen,

Reckt euch, streckt euch, aufgewacht!

Der Frühling leuchtet in den Himmel

Nach dieser ersten warmen Nacht!

 

Ja, schüttelt nur die dicken Zotteln

Und blinzelt in das blaue Licht;

Herr Gott, wer wird so langsam trotteln,

Ich lauf voraus, ich warte nicht.

 

Die Amsel übt schon ihre Lieder,

Ich sing sie mit, ich kann sie auch;

Und denkt euch nur, der blaue Flieder

Hat Knospen, und der Haselstrauch.

 

Der Teckel bellt vor lauter Wonne

Und wühlt die frische Erde um;

Na?! seid ihr noch nicht in der Sonne,

Ihr Siebenschläfer, faul und dumm?!


Das Gedicht "Siebenschläfer" stammt von (* 1862-10-31, † 1918-07-09).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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