O Du, dein Haar, wie stralt dein Haar,

das ist wie schwarze Diamanten!

O – weil wir uns als Herrscherpaar

der ewigen Seligkeit erkannten,

Du!

 

Schmück mir die Stirn du, nackt und bloß,

mit diesem Band aus blauer Seide!

Das ging dir los von deinem Schooß,

als wir noch strauchelten im Kleide

jener Welt.

 

Hier sind wir Gott gleich, sieh mich an;

oh Gott, wie Eins sind wir geworden!

Hier kannst du ruhig deinen Mann

mit mir betrügen, für mich morden,

Du –


Das Gedicht "Im Reich der Liebe" stammt von (* 1862-10-31, † 1918-07-09).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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