Im Himmel ist ein Karussell,

das dreht sich Tag und Nacht.

Es dreht sich wie im Traum so schnell,

wir sehn es nicht, es ist zu hell

aus lauter Licht gemacht;

still, mein Wildfang, gib acht!

 

Gib acht, es dreht die Sterne, du,

im ganzen Himmelsraum.

Es dreht die Sterne ohne Ruh

und macht Musik, Musik dazu,

so fein, wir hören′s kaum;

wir hören′s nur im Traum.

 

Im Traum, da hören wir′s von fern,

von fern im Himmel hell.

Drum träumt mein Wildfang gar so gern,

wir drehn uns mit auf einem Stern;

es geht uns nicht zu schnell,

das große Karussell.


Das Gedicht "Das große Karussell" stammt von (* 1862-10-31, † 1918-07-09).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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