Ein Dékadencebild

 

Alte Knaben sitzen auf den leersten Tonnen,

Und die Nächte siegen über alle Sonnen.

Hinten nagen unsichtbare weiße Mäuse

An dem bös zerbeulten großen Hirngehäuse.

Hör doch, wie die ganze Schädelhöhle quarrt!

Ist die alte Rinde »wirklich« noch so hart?

Alles geht zu Ende - auch der dickste Kopf

Ach, die weißen Mäuse haben dich am Schopf!

Glaubst du, Läuse sitzen bloß in deinem Puder?

Nein, du bist ein unverschämtes dummes Luder,

Und die Frechheit kommt in erster Reihe ran.


Das Gedicht "Delirium! Delirium!" stammt von   (1863 - 1915).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte