Es ist umsonst, das Klagen,

Das du um mich

Und ich um dich,

Wir umeinander tragen.

Sie ist umsonst, die harte Pein,

Mit der wir itzt umfangen sein.

 

Laß das Verhängnüs walten.

Was dich dort ziert

Und mich hier führt,

Das wird uns doch erhalten.

Dies, was uns itzt so sehr betrübt,

Ist′s dennoch, das uns Freude gibt.

 

Sei unterdessen meine,

Mein mehr als ich,

Und schau auf mich,

Daß ich bin ewig deine.

Vertraute Liebe weichet nicht,

Hält allzeit, was sie einmal spricht.

 

Auf alle meine Treue

Sag ich dirs zu:

Du bist es, du,

Der ich mich einig freue.

Mein Herze, das sich itzt so quält,

Hat dich und keine sonst erwählt.

 

Bleib, wie ich dich verlassen,

Daß ich dich einst,

Die du itzt weinst,

Mit Lachen mag umfassen.

Dies soll für diese kurze Pein

Uns ewig unsre Freude sein.

 

Eilt, lauft, ihr trüben Tage,

Eilt, lauft vorbei!

Eilt, macht mich frei

Von aller meiner Plage!

Eilt, kommt, ihr hellen Stunden ihr,

Die mich gewähren alle Zier.


Das Gedicht "An Elsabe" stammt von   (1609 - 1640).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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