Nicht im Schlafe hab ich das geträumt,
Hell am Tag sah ich′s schön vor mir:
Eine Wiese voller Margeriten …
Tief ein weißes Haus in grünen Büschen …
Götterbilder leuchten aus dem Laube …
Und ich geh mit einer, die mich lieb hat,
Ruhigen Gemütes in die Kühle
Dieses weißen Hauses, in den Frieden,
Der voll Schönheit wartet, dass wir kommen.
Segenschwerer Traum.

Mein Acker wogt, mein Weizen blüht …
Die Sonne scheint mir ins Gemüt …
In Ballen flieht der Sorgen Qualm …
Gedichte sprießen Halm an Halm …
Es wellt der Hoffnung Wiesengrün …
Der Liebe Sphinxenaugen glühn …
Ein schmerzlich Glück, duftwolkenschwer,
Drängt dunkelsamtenblau sich her
Und droht mir schwülend ins Gemüt …
Mein Acker wogt, mein Weizen blüht …


Das Gedicht "Freundliche Vision" stammt von   (1865 - 1910).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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