Rot säumt der Himmel ringsumher
Und Nebel flieht und Schattengrau,
Wie aus dem Bette eine Frau
Steigt weiß der Morgen aus dem Meer.
Zackige erzne Pfeile schauern
Schon durch der Nacht Gefieder dicht,
Ein breiter Schwall von gelbem Licht
Bricht schweigend sich an Turm und Mauern.
Weit übers ebne Land hin schweift
Ein Vogel flatternd, kaum erwacht,
Kastanienwipfel schwanken sacht
Und jeder Zweig ist goldgestreift.
Das Gedicht "Die vierte Bewegung" stammt von Oscar Wilde (1854 - 1900).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Empfehlungen
Weitere gute Gedichte des Autors:
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte