Bevor mein Blick den Zauber noch getrunken,

Der, wie die Farbenpracht am Demant glüht,

Dich tausendfach, doch immer neu, umblüht,

Horcht ich dem Freund, in Ahnungen versunken.

Wir sehn des Berges Haupt in Purpur prangen,

Wenn schon die Sonne sank und Dämmerung

Den Hain umflort: so strahlt Erinnerung

An dich, Geliebte, von des Freundes Wangen.

Begeistert taucht′ er in des Busens Tiefen

Den Pinsel, und er malte warm und mild

Dem selgen Horcher dein entzückend Bild,

Gefühle weckend, die seit lange schliefen.

Doch wie′s dem Dichter nimmer will gelingen,

Des Busens Drang ins enge Wort zu zwingen.

Hinüber uns in seine Welt zu singen;

So hat der Freund vergebens dich gemalt,

Sie nicht erreicht, die göttliche Gestalt,

Und deiner Seele stille Allgewalt.


Das Gedicht "Unmögliches" stammt von   (1802 - 1850).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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