Das Nichts sollst du lieben,
Was ist, sollst du fliehen,
Alleine sollst du stehen,
und sollst zu niemandem gehn.
Du sollst schmerzensrege sein
und von allen Dingen frei,
die gefangen, sollst du entbinden,
die Freien in die Enge zwingen.
Du sollst die Kranken laben
und sollst doch selbst nichts haben.
Du sollst Pein als Wasser trinken,
das Feuer der Liebe mit dem Zunder der Tugend entzünden.
So wirst du in der wahren Wüste wohnen.

Deine Liebe gehöre dem Nichts,
Deine Flucht fliehe was ist,
alleine sei dein Stand.
Zu keinem führe dein Gang.
Keine Muße sollst du haben,
kein Ding Anteil an dir haben.
Die Unfreien sollst du entbinden
und die Freien niederringen.
Deine Labsal sei den Kranken,
Deiner Habsal kein Gedanke,
Marterwasser sollst du trinken,
Mit dem Holz der Tugend das Liebesfeuer entzünden.
So wohnst du in der wahren Wüstenei.

Erstens: Nichts lieben.
Zweitens: Was ist, fliehen.
Drittens: Alleine stehn.
Viertens: Zu keinem gehen.
Fünftens: Immer machen.
Sechstens: Ohne Sachen.
Siebtens: Fesseln lösen.
Achtens: Gelöste fesseln.
Neuntens: Kranke pflegen.
Zehntens: Von nichts leben.
Elftens: Strafwasser trinken.
Zwölftens: Mit der hölzernen Tugend die feurige Liebe anzünden.
So hast du in der wahren Wüste Wohnung genommen.
(So bist du in der wahren Wüste zu wohnen gekommen)


Das Gedicht "Die Wüste hat Zwölf Dinge" stammt von   (1206 - 1281).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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