So wiltu dennoch jetzt auß meinen Händen scheiden

Du kleines Buch vnnd auch mit andern seyn veracht?

Gewiß du weissest nicht wie hönisch man jetzt lacht /

Wie schwerlich sey der Welt Spitzfindigkeit zu meiden.

Es muß ein jeglich Ding der Menschen Vrtheil leiden /

Vnd / ob es tauglich sey / steht nicht in seiner Macht;

Der meiste Theil ist doch auff schmähen nur bedacht /

Vnd denckt was er nicht kan / dasselbe muß′ er neiden.

Noch dennoch (daß du nicht so offt′ vnd viel von mir

Auffs newe dulden dürffst daß ich dich nehme für)

Muß ich dir loß zu seyn vnd außzugehn erleuben.

So ziehe nun nur hin / weils ja dir so gefellt /

Vnd nimb dein Vrtheil an / zieh′ hin / zieh′ in die Welt;

Du hettest aber wol zu Hause können bleiben.


Das Gedicht "An diß Buch." stammt von   (1597 - 1639).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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