Auch Du bist wirkendes Licht,

Prangender Mond,

Und Deinen Nächten gebietest Du

Froh als unbestrittener Herrscher.

 

Wauu Du voll heraufsteigst

Ueber die Kuppen des Gebirgs

Hoch in den kühlenden Aether,

Schwindet die Nacht vor Dir

 

Und Deine Strahlen reichen

Mächtigen Umfangs hinaus

Ueber alles Gesilde.

 

Fühlsames Leben durchschauerst Du;

Trunken schwärmet die Seele

Einsam dem Wandrer.

Vögel erweckst Du aus wiegendem Schlaf,

Freudenreich singt die Nachtigall

Aus den silbernen Zweigen.

 

Pflanzen hauchen stärker in Dir,

Ja selbst Felsen und todte Steine

Fühlen Dein athmendes Weben,

Leise zu schwingen dann

Scheint ihr starres Inn′re

Und wir erkennen erstaunt,

Daß edlerer Abkunft

Ihrer Ordnungen Sinn.

 

Tempel erbaust Du aus ihnen

Welche machtvoll bestehen,

Während Du das Scepter führst,

Herrlicher nächtlicher Gott,

Bis sie des Morgens

Größere Helle

Wieder entführet.


Das Gedicht "Hymnus an den Mond" stammt von   (1839 - 1911).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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