- - Ich gedachte,

Wie mit der Zeit sich stets der Kreis erweitert,

In dem ich sucht und fand mein reinstes Glück:

Wie manches neue kleine Wesen kam,

Das einen Platz erstrebte zwischen uns

Und ihn erhielt und jedes obendrein

Bei seinem Eintritt auch mein ganzes Herz,

Das ganze Jedes - henkt die Mathematik!

Denn immer noch ein ganzes bleibt mir übrig,

Es zu verschenken, wenn es wieder gilt.

Nicht protzen möcht ich, aber solcher Reichtum

Ist unerhört in meinen hohen Jahren.

Ich dank ihn euch, so seid mir denn bedankt,

Ihr Großen und Ihr Kleinen, Fernen, Nahen.

Durch meiner Liebe, eurer Liebe Kraft

Begiebt an mir ein schönes Wunder sich:

»Die Kinderlose hat die meisten Kinder.«


Das Gedicht "Liebeserklärung" stammt von   (1830 - 1916).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Weitere gute Liebesgedichte zum schmökern.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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