Im Zimmer bin ich comfortable

Und häufig nur ein einzig Blatt;

Im Land der Gluten und der Nebel

Ist wohl kein Haus, das mich nicht hat.

 

Befriedigend ist meine Größe

Und niedlich meine Kleinigkeit,

Man deckt oft meine schöne Blöße

Mit einem noch viel schönern Kleid.

 

Oft fürcht′ ich unter Last zu brechen,

Oft bin ich leider völlig leer,

Oft bin ich ausgewählt zum Zechen,

Oft von zu vielem Gelde schwer.

 

Mein Reich hat viele Untertanen,

Mich sucht die Faulheit und der Fleiß,

Die wandeln still um meine Bahnen,

Die ich zu interessieren weiß.

 

Heut wagt′ ich leise herzuschleichen

Und folgte still der Ersten nach.

Das Ganze scheint mir zwar zu gleichen,

Doch ist es freilich mir zur Schmach.

 

Nur um in deiner Näh′ zu weilen

Verstand ich mich zu dem Verein.

Wir wollen uns auch gleich zerteilen,

Wenn wir, geteilt, dich mehr erfreu′n.


Das Gedicht "Zweite Silbe" stammt von   (1784 - 1860).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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