Ach, um deine feuchten Schwingen,

West, wie sehr ich dich beneide:

Denn du kannst ihm Kunde bringen

Was ich in der Trennung leide!

 

Die Bewegung deiner Flügel

Weckt im Busen stilles Sehnen;

Blumen, Wald und Hügel

Stehn bei deinem Hauch in Tränen.

 

Doch dein mildes sanftes Wehen

Kühlt die wunden Augenlider;

Ach, für Leid müßt′ ich vergehen,

Hofft′ ich nicht zu sehn ihn wieder.

 

Eile denn zu meinem Lieben,

Spreche sanft zu seinem Herzen;

Doch vermeid′ ihn zu betrüben

Und verbirg ihm meine Schmerzen.

 

Sag ihm, aber sag′s bescheiden:

Seine Liebe sei mein Leben,

Freudiges Gefühl von beiden

Wird mir seine Nähe geben.


Das Gedicht "Ach, um deine feuchten Schwingen" stammt von   (1784 - 1860).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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