Was bedeutet die Bewegung

Bringt der Ostwind frohe Kunde?

Seiner Schwingen frische Regung

Kühlt des Herzens tiefe Wunde.

 

Kosend spielt er mit dem Staube,

Jagt ihn auf in leichten Wölkchen,

Treibt zur sichern Rebenlaube

Der Insekten frohes Völkchen.

 

Lindert sanft der Sonne Glühen,

Kühlt auch mir die heißen Wangen,

Küßt die Reben noch im Fliehen

Die auf Feld und Hügel prangen.

 

Und mich soll sein leises Flüstern

Von dem Freunde lieblich grüßen,

Eh noch diese Hügel düstern

Sitz ich still zu seinen Füßen.

 

Und du magst nun weiter ziehen,

Diene Frohen und Betrübten,

Dort wo hohe Mauern glühen

Finde ich den Vielgeliebten.

 

Ach, die wahre Herzenskunde,

Liebeshauch, erfrischtes Leben

Wird mir nur aus seinem Munde,

Kann mir nur sein Athem geben.


Das Gedicht "Was bedeutet die Bewegung" stammt von   (1784 - 1860).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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