Ich liebte Linnen und die sanften Seiden

Strich meine Hand mit Lust. ER flüsterte:

"Das harte Fell des Hirsches wird dich kleiden."

 

Ich saß beim Mahle und mein Blick war Schein

Des gelben Weins. Er sagte laut und hell:

"Die bittre Wurzel wird dir Speise sein."

 

Mein Schloß war fest... Und als ich mich gerettet

Noch zu der höchsten Zinne, rief Er dort:

"O guter Schlaf, auf Dorn und Stein gebettet!"

 

Ich lag bei ihr. In ihrer Brüste Bucht

Träumt ich den Heimat-Traum. Er hat gewußt,

Ich würde einsam gehen und verflucht.

 

So brach ich auf. Denn daß ich ihm geglaubt,

Zwang mich sein unbesiegbar sichres Wissen.

Groß hing sein Lächeln über meinem Haupt.


Das Gedicht "Jugend des Propheten" stammt von   (1899 - 1929).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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