Ich weiß eine Kirche;
hochschlanke Säulen
tragen ihr köstliches Dach.
Nach Ewigkeit riechts
in ihrer Halle,
nach feuchtem Moder
und verborgenen Narzissen.
Liebfromme Sänger
singen Cantaten,
und amt den hohen
luftigen Thoren
wachen Winde
mit geschlossenen Flügeln.
Über den Säulen aber
Sah ich walten
das herrlichste Gnadenbild:
Die Morgensonne
tränkte die durstigen Wipfel der Bäume
mit frischen Quellen
stärkenden Lichts ...
O Wald, Wald,
du von heimlichen Liebesworten Gottes
Erklingender!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
Zur Startseite:
Gedichte