Ich weiß eine Kirche;

hochschlanke Säulen

tragen ihr köstliches Dach.

Nach Ewigkeit riechts

in ihrer Halle,

nach feuchtem Moder

und verborgenen Narzissen.

Liebfromme Sänger

singen Cantaten,

und amt den hohen

luftigen Thoren

wachen Winde

mit geschlossenen Flügeln.

Über den Säulen aber

Sah ich walten

das herrlichste Gnadenbild:

Die Morgensonne

tränkte die durstigen Wipfel der Bäume

mit frischen Quellen

stärkenden Lichts ...

O Wald, Wald,

du von heimlichen Liebesworten Gottes

Erklingender!


Das Gedicht "Raststätte" stammt von   (1859 - 1927).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte