Träumende Blumen, nickendes Gras,

von Käfern ein gülden Gewimmel,

ein Rauschen wie rieselnder Blätter Fall,

und drüber der blaue Himmel

*

Am Boden flimmerndes Silber verstreut,

die Sträuche in weißen Schleiern,

kein Windhauch, kein wachender Vogellaut,

nicht endenwollendes Feiern.

*

Es klopft wie mit Kinderfingern

ans sonnenlaue Eis,

und in den nassen Zweigen,

da regt sichs fragend leis.

*

Um Rosen braune Falter,

ein Neigen von Ast zu Ast,

die Blüten voller Honig,

die Nester voll junger Last.

Und wieder träumende Blumen,

der Käfer gülden Gewimmel,

der müden Blätter Rieseln,

und drüber der blaue Himmel.


Das Gedicht "Ein Jahr" stammt von   (1859 - 1927).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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