In meiner Kammer,
wo die Sonne es sieht,
Sitzt im weißen Kleide
mein jüngstes Lied.
Sitzt da und lächelt:
nun diene mir,
bin deshalb kommen
so schön zu dir.
Ich aber knie
ganz stumm mich hin,
mir ist, als ob ich
im Himmel bin.
Gedichte
Maria Janitschek
In meiner Kammer,
wo die Sonne es sieht,
Sitzt im weißen Kleide
mein jüngstes Lied.
Sitzt da und lächelt:
nun diene mir,
bin deshalb kommen
so schön zu dir.
Ich aber knie
ganz stumm mich hin,
mir ist, als ob ich
im Himmel bin.
Das Gedicht "Der Gast" stammt von Maria Janitschek (1859 - 1927).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.