Frei ist die Aussicht! Fahle Morgennebel
hat flammend fortgeküßt des Mittags Mund;
vor meinen Blicken glänzen goldne Thale,
und thun mir ihre letzten Rätsel kund.
Frei ist die Aussicht! Drüben flattern Kränze
um weiße Marmorurnen .. hier, voll Lust,
verheißungsvoll die roten Lippen regend,
beut mir das Leben seine volle Brust.
Ich aber recke meine Arme aus:
in meinen rechten faß ich euch, ihr Toten,
in meinen linken dich, oh quellend Leben!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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