Es stürzt der Bach, es starrt der Fels,

Am hohen Zweige schwankt der Rab -

In schweren, weißen Flocken

Sinkt still der Himmel herab.

 

So feenhaft, so heimlich fremd,

So sonderbar ists rings umher,

Ich komme von den Bergen,

Die Kugel im Gewehr.

 

Dort drüben, wo das Mühlrad ging,

Der Müller ist verdorben bald,

Hat sie gewohnt, der Engel,

Im dunklen tiefen Wald.

 

Ich weiß nicht wie zu Muth mir wird,

So kindlich und so feierlich,

So festlich stehn die Tannen,

Kein Lüftchen reget sich.

 

Ich frage, wird es schöner sein,

Wenn laut im Wald der Lenz erwacht,

Wenn duftge Kräuter sprießen,

Und blau der Himmel lacht,

 

Wenn Wanderlust das Thal durchrauscht,

Die Axt erklingt, das Tagwerk schallt,

Und dieser weiße Frieden

Verschwunden aus dem Wald?


Das Gedicht "Der Jäger" stammt von   (1827 - 1892).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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