Herz, mein Herz, was ficht dich an,

Daß dir′s flumrig ist?

Sprich, warum, woso, wie, wann,

Wo dich was verdrießt?

 

Ach, ob auch schon tausendmal

Lieschen ich geküßt,

Ueber aller Zahlen Zahl

Schwindelt mein Gelüst′.

 

Hab′ ich auch so oft und bang

Sie im Arm gefühlt,

Meine Flammen sind noch lang,

Lange nicht gekühlt.

 

Denn es ist so gut und wahr,

Was mich führt zu ihr,

Hat sie doch so ganz und gar

Sich ergeben mir.

 

Hat sie doch so ganz und gar

Mir das Herz gerührt,

Ist doch Alles wunderbar,

Selbst wie sie sich schnürt.

 

Ach, dem Monde zürn′ ich, der

Ihr an′s Lager schleicht,

Und - säh′ ich sie nimmer mehr,

Stürbe ich vielleicht!


Das Gedicht "Bürgerlicher Wolfgang" stammt von   (1827 - 1892).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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