Es gilt ein Mann zu sein, ein Fürst des Lebens!

Steck dir ein Ziel, verwirf den Traum!

Die tausend Wünsche loderten vergebens,

Und herrschen kannst du nur im Raum.

 

Der Jüngling flieht - Jugend grüne weiter!

In Thaten wohnet Poesie.

Sei der Humor dein schützender Begleiter!

Verlasse dieser Gott dich nie!

 

Verzage nicht in Ungemach und Sorgen,

Kampf ist die Loosung bis zum Tod.

Hast du nicht Freunde treu für Heut und Morgen,

Die Vieles wenden, was dir droht?

 

Es holt der Geist vom Geiste sich Genesung,

An treuer Brust ruht aus die Brust,

Nur die Verlassenheit ist auch Verwesung

Jedweder Kraft, jedweder Lust.

 

Die Liebe aber, die du kennst, die Liebe,

Gibt sie nicht allen Wesen Schwung?

Wenn sie ein Dämon aus dem Busen triebe,

Dir fehlte die Beseligung.


Das Gedicht "Am Scheideweg" stammt von   (1827 - 1892).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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