Ich gehe auf und nieder
Den dunkelgrünen Fluß,
Und schicke Liebeslieder
Hinab mit Gruß und Kuß.
Weit unten am Gestade
Liegt eine traute Stadt,
Die viele krumme grade
Belebte Gassen hat.
Dort wohnet, wenn ich schicke
Die Lieder, Gruß und Kuß,
Dort schaun herauf zwei Blicke
Den dunkelgrünen Fluß.
Ihr Wellen und ihr Winde,
Die ihr selbander zieht,
Begegnet meinem Kinde
Und rauscht ihm dieses Lied!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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