Siehst du in steter Eil' verrauschen
Im Zeitenstrome Jahr für Jahr,
Nicht neig dein Ohr, um bang' zu lauschen
Der Zukunft, die nie offenbar;
Das Ärgste, was dir bleibt zu tauschen,
Es birgt nicht Schrecken noch Gefahr, –
Wenn weit vom Ziel dein Hoffen traf,
So gibst du Traum für tiefen Schlaf.

Die fromme Hoffnung unbestritten,
Doch wär' dies Ärgste nicht so arg.
Was einer hier auf Erd' gelitten,
Was ihm das Leben Arges barg,
Das lag des Wegs, den er durchschritten,
Von seiner Wiege bis zum Sarg
Und wenn auch nichts verklärt' sein Leid,
Es starb mit ihm für alle Zeit.

Mit frohem, freiem Herzensschlage
Verlebe deines Daseins Frist,
Bedenk, daß du nach alter Sage,
Die hohe Weisheit in sich schließt,
Schon seit dem letzten Schöpfungstage
Der Herr dahier auf Erden bist,
Und was geschieht, wirkst du allein,
Verdienst, wie Schuld, o Mensch, sind dein!


Das Gedicht "Neujahrsgruß" stammt von   (1839 - 1889).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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