Er: Du hast geliebt! O, leugne nicht!
  Ganz sicher bin ich dessen.

Sie: Ich hätt' geliebt? Besinn' mich nicht,
  Und wenn, ich hab's vergessen.

Er: So hältst du Treu', so haltst du Lieb'?
  Vergißt, wer dachte deiner?

Sie: Mein Freund! Er ging, doch wenn er blieb,
  Gedächt' ich heut noch seiner.

Er: Wenn du so schnell Vergessen treibst,
  Wer wird mit dir es wagen?

Sie: Je nun, mein Freund, solang du bleibst,
  Hast du nicht Grund zu klagen.
  Es schärft die Zeit der Lieb' Gewalt,
  Man schätzt sich stets genauer,
  Und wird mit uns erst einer alt,
  So kriegt die Liebe Dauer.


Das Gedicht "Dauer der Liebe" stammt von   (1839 - 1889).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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