Gleich wenn ich endlich abends so weit bin,

daß ich im weichen Bett des Ruhns beginne,

zieht sich der arme Antrieb meiner Sinne

aus mir zurück und mündet zu dir hin.

 

Dann glaub ich an die Zartheit meiner Brüste

das, was ich ganz begehre, anzuhalten,

und s o begehre, daß mir ist, als müßte

mein Schrein danach, wo es entsteht, mich spalten.

 

O Schlaf, der nachgibt, Nacht für mich gemeinte,

innige Stillung, glückliche Genüge,

halt vor für aller meiner Nächte Traum.

 

Ist für das immer wieder mir Verneinte

in dieser vollen Wirklichkeit nicht Raum,

so laß es mir gehören in der Lüge.


Das Gedicht "Gleich wenn ich endlich abends so weit bin" stammt von   (1523 - 1566).


Anmerkung

Alternativer Titel: Das neunte Sonett




Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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