Küß mich noch einmal, küß mich wieder, küsse

Mich ohne Ende. Diesen will ich schmecken,

In dem will ich an deiner Glut erschrecken,

Und vier für einen will ich, Überflüsse

 

Will ich dir wiedergeben. Warte, zehn

Noch glühendere, bist du nun zufrieden?

O daß wir also, kaum mehr unterschieden,

Glückströmend ineinander übergehn.

 

In jedem wird das Leben doppelt sein.

Im Freunde und in sich ist einem jeden

Jetzt Raum bereitet. Laß mich Unsinn reden:

 

Ich halt mich ja so mühsam in mir ein

Und lebe nur und komme nur zur Freude,

Wenn ich, aus mir ausbrechend, mich vergeude.


Das Gedicht "Küss mich" stammt von (* 1524-00-00, † 1566-04-25).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte