Laß stürmen hin, laß stürmen her,

mein Herz und zage nicht!

Sey ruhig wie der Fels im Meer,

an dem die Woge bricht.

Zwar trennt von ihr, für die du schlägst,

Dich grausam das Geschick,

sey dennoch ruhig, Herz! du trägst

in dir dein Leid und Glück.

Sie bleibt dein Theil, sie bleibt dein Gut,

wie fern du von ihr bist.

Wer raubte, was mit Felsenmuth

ein liebend Herz umschließt!

So wahr′ es denn in tiefster Brust,

dieß Kleinod fest und rein!

Wenn alles du verlassen mußt,

bleibt treue Lieb′ allein.

Sie ist dir Trost, sie ist dir Licht,

wenn Alles dich verläßt,

wenn Alles wankt und stürzt und bricht,

steht sie doch ewig fest.


Das Gedicht "Treue Liebe" stammt von   (1890 - 1821).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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