Und als sie zogen in den Krieg -

Vater war Maikäfer - Maikäfer flieg -

Da standen am Fenster die zwei,

Vergrämt, verhungert, Mutter und Kind,

Tränen wuschen die Augen blind:

Vater ist auch dabei -

 

Der Krieg war zu Ende. Er kam nach Haus.

Er zog die zerlumpte Montur sich aus.

Am Fenster standen die zwei:

»Geh nicht auf die Straße!« »Ich muß, ich muß -«

Und Schuß auf Schuß! Hie Spartakus!

Vater ist auch dabei!

 

Vorbei der Traum der Revolution;

Wenn früh die Kolonnen ziehn zur Fron,

Stehen am Fenster die zwei:

Es zieht ein Zug von Hunger und Leid

In Ewigkeit - in die Ewigkeit -

Vater ist auch dabei.


Das Gedicht "Vater ist auch dabei" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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