Ich sitze mit steifer Geste

Wie ein Assessor beim Feste.

Mein Herz schlägt hinter der Weste,

Was weiß ich.

Hielte der Kragen nicht meinen Schädel,

Er rollte in deinen Schoß, Mädel,

Und tränke Tokayer dort edel,

Was weiß ich.

 

In mir wogt Näh und Ferne.

Prost, goldne Brüder, ihr Sterne!

Die Schenkin aus der Taverne,

Was weiß ich,

Bringt einen vollen Humpen.

Nun sauft, ihr gottvollen Lumpen,

Und qualmt mit euren Stumpen,

Was weiß ich.

 

Ich streichle mit weinfeuchter Tatze

Dein zartes Fellchen, Katze,

Schon springt ein Knopf am Latze,

Was weiß ich.

Wir wollen das Fest verlassen

Und im Mondenschein der alten Gassen

Uns pressen und Liebe prassen,

Was weiß ich.

 

Es sind so viele gegangen,

Die einst an mir gehangen,

Sie soffen mit mir und sangen,

Was weiß ich.

Und komm ich einst zu sterben,

Soll eins mir nicht verderben,

Du sollst das eine mir erben,

Das weiß ich.

 


Das Gedicht "Trinklied" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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