Ich bin ein Zeitfreiwilliger

Und stehle dem lieben Gott die Zeit.

Es lebt sich billiger, wenn man:

Nieder mit den Spartakisten schreit.

Fuffzehn Märker den Tag.

Daneben allens frei.

Es ist ein herrliches Leben.

Juchhei.

 

Ich verdiente mir meine Sporen

Bei Kapp.

Als dessen Sache verloren,

Zog ich ab.

Ich gehöre wieder zu den Regierungstreun

Und habe den Schutz der Verfassung erkoren.

Ich breche alle Eide von acht bis neun,

Die ich von sieben bis acht geschworen.

 

Neulich bei Mechterstädt: Pst...

Zeigten wir′s den Arbeiterlaffen.

Falls es irgendwo ruhig ist,

Muß man eben künstlich Unruhe schaffen.

Laßt die Maschinengewehre streichen! Ins Kabuff.

Immer feste druff.

Unsere Anatomie braucht Leichen.


Der Text des Gedichts "Lied der Zeitfreiwilligen" stammt von (* 1890-11-04, † 1928-08-14).




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