Es kommt der Herbst. Die Luft saust kalt.

Kein lieber Gott geht durch den Wald.

Ein alter Mann von siebenzig

Sucht Feuerung für den Winter sich.

 

Auch unser Herz ist ausgeloht,

Und etwas Feuerung täte not.

Wie runzlig blickt das ganze Land

Und riecht nach Fäulnis penetrant.

 

Im Sand verrinnen allgemach

Der Wittels- und der Fechenbach.

Im Moor, dort, wo man stach den Torf,

Verfällt das alte Ludendorff.

 

Mit Halali und mit Geheil

Nimmt an der Ebertjagd man teil.

Wer jetzt nicht liebt Sang, Weib und Wein -

Fest steht und treu der Schacht am Rhein.

 

Man leert die Hosentaschen aus.

Kein Rentenpfennig drin, o Graus.

Versuch′s und stell dich auf den Kopf:

Ach, kein Gedanke drin, du Tropf!

 

Verdreckt, verreckt, verhurt, verlumpt -

Wer, der uns noch ′nen Taler pumpt?

Es bringt der allgemeine Dalles

Noch Deutschland, Deutschland unter alles.

 

Du kleines Köhlermädchen, sei

Im Moose meine Herbstesfei.

Der Regen rinnt. Es weint der Wind,

Weil wir so schrecklich einsam sind.

 

Es kommt der Herbst. Die Luft saust kalt.

Ein Schauer streicht durch Welt und Wald.

Gib mir den Mund. Komm zu mir her.

Umarme mich. Mich friert so sehr.


Das Gedicht "Gang durch den herbstlichen Wald" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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