Drei Wochen hinter Pfingsten,

Da traf ich einen Mann,

Der nahm mich ohne den geringsten

Einwand als Wirtschafterin an.

 

Ich hab′ ihm die Suppe versalzen

Und auch die Sommerzeit,

Er nannte mich süße Puppe

Und strich mir ums Unterkleid.

 

Ich hab′ ihm silberne Löffel gestohlen

Und auch Bargeld nebenbei.

Ich heizte ihm statt mit Kohlen

Mit leeren Versprechungen ein.

 

Ich habe ihn angeschissen

So kurz wie lang, so hoch wie breit.

Er hat mich hinausgeschmissen;

Es war eine wundervolle Zeit...


Das Gedicht "Die Wirtschafterin" stammt von   (1890 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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