Du sprichst: Ich liebe nicht/
und dein hoffertiges Gesicht
hat bald den Spiegel durchgebohret.
Du gehst durch alle Gassen schwänzen
und findst dich gern bey Hochzeit-tänzen.
Sonst stehstu an der Tühr
und liegst am Fenster für und für.
Florille/ Mein! sind diß der keuschheit Werke/
die Buhler durch die Augen anzulokken?
Mein! bleibe bey dem Rokken.
Doch nein. Solltstu dich nicht den Leuten weisen/
wer kennt′ und würde dich vor eine Keusche preisen?
Das Gedicht "Du sprichst: Ich liebe nicht" stammt von Kaspar Stieler (1632 - 1707).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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