Ich wandre in der Fremde,
Der Abend dunkelt sehr,
Mich schmerzen meine Füße,
Das Herze wird mir schwer.

So finster diese Berge,
So düster dieses Tal,
So fremde diese Menschen,
Sie grüßen kaum einmal.

Die Straße nimmt kein Ende,
Schon frag' ich sorgenvoll,
Wo ich heut‘ Abend ruhen,
Heut Nacht mich bergen soll.

Da plötzlich tönt im Tale
Die Abendglocke fromm,
Und beut mir in der Fremde
Ein freundliches Willkomm.

Es sind die alten Töne,
Es ist der traute Klang,
So ganz wie in der Heimat,
Nun Herze sei nicht bang.

Sie sagt dir von der Herberg,
Wo du heut‘ Abend Rast, —
Sie mahnt dich an die Heimat,
Die du im Himmel hast.


Das Gedicht "Abendglocke" stammt von   (1815 - 1890).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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