Gebadet in des Meeres blauer Flut

Erhebt aus purpurrotem Osten sich

Das prächtig-strahlende Gestirn des Tags;

Erweckt, gleich einem mächt′gen Zauberwort,

Das Leben der entschlafenen Natur,

Von der, der Nebel wie ein Opferrauch

Empor zum unermessnen Äther steigt.

Der Berge Zinnen brennen in dem ersten Strahl,

Von welchem, wie vom flammenden Altar

Der Rauch des finstren Waldgebirges wallt -

Und fernhin in des Ozeans Fluten weicht

Die Nacht. So stieg auch uns ein schöner Tag

Zum Äther, der noch oft mit frohem Strahl

Im leichten Tanz der Horen grüßen mag

Den frohen Kreis, der den Allmächt′gen heut

Mit lautem Danke preist, da gnädig er,

Uns wieder feiern lässt den schönen Tag,

Der uns die beste aller Mütter gab.

Auch heute wieder in der üppigsten

Gesundheit, Jugend-Fülle steht sie froh

Im frohen Kreis der Kinder, denen sie

Voll zarter Mutterlieb ihr Leben weiht.

Oh! stieg noch oft ihr holder Genius

An diesem schönen Tag zu uns herab

Ihn schmückend mit dem holden Blumenpaar

Der Kindesliebe und Zufriedenheit! -


Das Gedicht "Gebadet in des Meeres blauer Flut" stammt von   (1813 - 1837).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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